Bei der Berichterstattung um die Ablösung an der Spiegelspitze zeigt sich wieder einmal, wie vor allem Online funktioniert. Einer hauts raus, die anderen zitieren, überall wirds diskutiert – und ob es stimmt … Man weiß es nicht. Man ahnt, man vermutet, es könnte sein, es wäre doch schön … Wie kriegt man den Spagat zwischen “ich bin die Erste, die die Meldung hat” und “Meine Meldung ist bestätigt, ist wahr, ist kein Gerücht” am besten hin? Mir gefällt es nicht, dass man - egal ob Journalist/innen oder Politiker/innen – keine Zeit und keine Chance mehr hat, etwas laut zu denken, seine Meinung ändern, sich (gedanklich) weiterentwickeln zu können, ohne Sorge zu haben, dass einem das Wort im Munde umgedreht wird. Da wundert es dann auch nicht weiter, wen (fast) Jeder, der mal interviewt wurde, das Gesagte noch mal lesen und freigeben möchte, den Zusammenhang kennen möchte. Oder versucht so druckreif zu reden, dass außer Worthülsen nichts mehr rauskommt. Das und alles andere wie immer im Medienlog.
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