taz logo klein
Themen setzen: 30 Jahre taz Blog
04.10.2008  1 Kommentar 

Schrift

Schrift vergrößern Schrift verkleinern Artikel kommentieren Artikel drucken Artikel bookmarken
Artikel versenden

Chefredakteurin wird gefeuert

Kein Platz für Lesbe

Der Chefredakteurin einer finnischen Tageszeitung wurde gekündigt - weil sie lesbisch ist. Kollegen protestieren. VON REINHARD WOLFF

die Belegschaft von Lapin Kansa fordert, dass Korhonen wie geplant als Chefredakteurin kommt und stattdessen Verlagschef Kai Telanne geht.    Foto: screenshot

Noch bevor sie ihren Posten antreten konnte, wurde der neuen Chefredakteurin der im nordfinnischen Rovaniemi erscheinenden Tageszeitung Lapin Kansa schon wieder gekündigt. Grund: Johanna Korhonen lebt mit einer Frau zusammen.

Eine offen lesbische Chefredakteurin sei für den Verlag auf diesem Posten unmöglich, habe der Verlagschef des finnischen Medienkonzerns Alma-Media, Kai Telanne, die Kündigung ihr gegenüber begründet, so Korhonen. Für den Fall, dass sie auf den Posten verzichte und die Gründe nicht öffentlich mache, habe Telanne ihr 100.000 Euro angeboten. Doch Korhonen lehnte ab und ging nun an die Öffentlichkeit: "Ist meine Familie etwa eine kriminelle Organisation?"

Alma-Media versucht nachträglich noch zu retten, was nicht mehr zu retten ist. "Es hätte uns nicht gestört, wenn sie mit einer Frau zusammenleben würde. Der Fehler lag in der Vertrauenskrise, die während des Anstellungsprozesses auftrat", behauptet Kommunikationschef Rauno Heinonen. Korhonen habe den Verlag nicht darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit einer Frau in "registrierter Partnerschaft" lebt. Sie habe den Verlagschef nicht korrigiert, als dieser wissen wollte, ob denn ihr "Ehemann" auch nach Rovaniemi umziehen werde. "Das schien mir einfach nicht wichtig", sagt Korhonen. "Was hat das Geschlecht meines Partners mit meiner Arbeit zu tun?"

Die inakzeptable Personalentscheidung kann Alma-Media teuer zu stehen kommen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Verdachts eines Verstoßes gegen das Antidiskriminierungsgesetz aufgenommen. Korhonen will vors Arbeitsgericht ziehen. Gegen die Publikationen des Verlags, der mit Aamulehti und Iltalehti die zweit- und drittgrößte finnische Tageszeitung herausgibt, gibt es mittlerweile mehrere Boykottaufrufe, darunter einen der Universität in Rovaniemi. Und die Belegschaft von Lapin Kansa fordert, dass Korhonen wie geplant als Chefredakteurin kommt und stattdessen Verlagschef Kai Telanne geht.

REINHARD WOLFF, STOCKHOLM

http://www.taz.de/nc/1/leben/medien/artikel/1/kein-platz-fuer-lesbe&src=PR
 
  • shuffle ...
08|01|2009 
 
 

Guten Tag,

meine Damen und Herren.

Willy Millowitsch, der heute 100 wird, war der geistige Vater der 68er. Das wird demnächst ein neuer Band des Wissenschaftlers Wolfgang Kraushaar enthüllen. Die Texte seiner Aufführungen am Millowitsch-Theater sowie sein Hit "Schnaps, das war sein letztes Wort" (1960) zählen demnach zu den Standardwerken der Studierendenbewegung in aller Welt und in Köln.

1968 dann der Höhepunkt: Willy gab in "Zum Teufel mit der Penne" den Vater von Hansi Kraus. Ein Schlüsselfilm. Danach waren die Studierenden nicht mehr zu halten. Toll. Allerdings ist noch unklar, ob Millowitschs Wirken damit auch in einem Zusammenhang steht …

mit dem Entstehen der RAF.

Jetzt ist es offiziell: Die Unterschiede von Mann und Frau beschränken sich nicht nur auf Essgewohnheiten und Fernsehvorlieben. Frauen töten auch anders als Männer. Das schreibt der Kriminalist Stephan Harbort in seinem neuen Buch "Wenn Frauen morden", für das er mehrere Serienmörderinnen ausführlich befragt hat. Während Adams Nachfahren bei Beziehungsdelikten eher aus Affekt töten, wenn die Partnerin droht, sie zu verlassen, greifen Frauen dann zum Messer, wenn sie den Mann loswerden wollen. Was lernen wir daraus? Wer sich bindet, lebt gefährlich.