Fußball

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Reaktion auf Kommentar

Hoffenheim boykottiert den Tagesspiegel

"Ich gehe von Ihrem Verständnis aus, dass zukünftige Anfragen des Tagesspiegel bei uns nicht mehr berücksichtigt werden" - so reagiert Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim auf einen Kommentar im Tagesspiegel. Wir dokumentieren das Schreiben des Klubs, die Antwort des Tagesspiegels darauf sowie den ursprünglichen Kommentar im Tagesspiegel.
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Weg weisend? Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp (rechts) mit Dortmunds Präsident Reinhard Rauball. Foto: dpa
Sehr geehrter Herr Maroldt,

mit Interesse aber auch reichlich Verwunderung haben wir Ihren Kommentar im Tagesspiegel vom 24.09. gelesen und zur Kenntnis genommen. In der Regel belassen wir es dabei und nehmen nicht Kontakt zu den einzelnen Redaktionen und/oder Autoren auf. In Ihrem Fall ist mir und uns allerdings daran gelegen, da Sie - zumindest entsteht der Eindruck - a) ein extrem oberflächliches Bild von 1899 Hoffenheim haben und b) leider mit Unwahrheiten in Bezug auf Dietmar Hopp, Theo Zwanziger und dessen Sohn in einem öffentlichen Medium aufwarten.

Ich möchte auch überhaupt nicht den Eindruck entstehen lassen, dass wir unter Umständen dünnhäutig wären. Es ist auch nicht unser Bestreben, dass die gesamte Republik Hurra ruft, wenn es um 1899 Hoffenheim geht. Eine kritische Berichterstattung ist selbstredend legitim, dafür sorgten in den vergangenen Monaten nahezu alle regionalen und überregionalen Medien und zahlreiche internationale Pressevertreter, die nicht alleine wegen unserer ausländischen Spieler nach Hoffenheim kamen.

Es gehört zur freien Meinungsäußerung und zu ihrem Recht, von einer "...Provokation für die Fans..." zu sprechen, dass wir nun in der 1.Liga spielen. Teilen müssen wir sicherlich diese Einschätzung nicht. Wir runzeln darüber ehrlich gesagt einfach die Stirn. Schwierig wird es nur, wenn Sie den Eindruck erwecken, dass beleidigende Angriffe auf Herrn Hopp nun vom DFB verfolgt werden, rassistische Beleidigungen hingegen nicht. Hier müsste sicherlich der DFB konkret antworten, jedoch ist meines Wissens durchaus so - und das wurde in Medien auch so widergegeben - dass u.a. im Falle Asamoah drastische Geldstrafen verhängt wurden gegen die Vereine.

Ein Punkt in ihrem Beitrag ist jedoch so grotesk, dass es uns einfach ein Anliegen ist, ihn richtig stellen zu müssen. Es geht um die Tätigkeit von Ralf Zwanziger, den Sohn des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Es ist natürlich richtig, dass Ralf Zwanziger bei 1899 Hoffenheim den Frauen- und Mädchenfußball, übrigens sehr erfolgreich, koordiniert. Es mag für Sie den Anschein einer "Klüngelei" geben, aber: Denken Sie in der Tat, dass die Herren Hopp und Zwanziger es tatsächlich nötig haben, sich auf dieses Niveau zu begeben? Sehr geehrter Herr Maroldt, Herr Zwanziger junior war bereits bei der WM 2006 sehr verantwortungsvoll tätig und sein Ziel, im Fußball-Metier Fuß zu fassen und seine Qualitäten einzubringen hat er in einer eindrucksvollen Bewerbung an 1899 Hoffenheim nach der WM zum Ausdruck gebracht. Herrn Hopp's Wunsch war es frühzeitig, auch Frauen- und Mädchenfußball in Hoffenheim zu fördern und nicht nur den Jungs eine sportliche Perspektive zu geben. Auf dieser Basis bewarb sich Ralf Zwanziger. Nichts anderes entspricht der Wahrheit.

Und scheinbar gibt es noch eine Unwissenheit, die wir hier richtig stellen möchten: Scheinbar ist Ihnen entgangen, dass Herr Hopp bereits seit Jahrzehnten die nahezu jedes Wochenende an den Fußballplätzen steht. Ob das in den unteren Klassen war, in der Oberliga oder in der Regionalliga - Herr Hopp war bei den Auswärts- und Heimspielen stets dabei. Bei Jugendspielen von der A-, B- und C-Jugend ist er genauso vor Ort wie - wenn es die Zeit erlaubt - Spielen der Frauen-Mannschaft. Dazu könnte er mit Ihnen aus reinem Fußballinteresse fachkundig über internationalen Fußball und die Spieler der europäischen Top-Ligen diskutieren. Und: Herr Hopp ist definitiv eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Trotzdem finden Sie ihn im Stadion eher an Würstchenbude statt im VIP-Bereich. Sehen will das keiner. Denn angreifbar machen ja nur die Dinge, die man auch sehen will.

Ich bedauere es aus journalistischer Sicht, dass Sie einen Kommentar geschrieben haben, der, mit Verlaub, nicht dem Niveau ihres Blattes entspricht. Vielleicht sollten Sie sich nochmals den Kommentar von Sven Goldmann vom 29.08. in ihrem Tagesspiegel in Erinnerung rufen zum Thema "Die Tradition der Retorte". Herr Goldmann formuliert hier exzellent das Problem, dass viele Fans mit 1899 Hoffenheim haben, einem Verein, der wie der Namen schon sagt, vor der Jahrhundertwende gegründet wurde. Tradition muss nicht nur aus Titeln am Briefkopf ausgemacht werden. Herr Hopp hat das gewusst, als er vor 20 Jahren die Jugendabteilung des Vereins unterstützte.

Ich gehe von Ihrem Verständnis aus, dass zukünftige Anfragen des Tagesspiegel bei uns nicht mehr berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Sieger
Pressesprecher
TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH


Die Antwort des Tagesspiegels

Sehr geehrter Herr Sieger,

Sie haben leider - eigentlich erstaunlich bei Ihrer Position - rein gar nichts verstanden. Oder Sie wollen es nicht verstehen, was die Sache aber kaum besser macht.

Dass Ihr Verein auf viele Fans provokativ wirkt, ist unbestreitbar. Mit meiner Meinung, der Sie überflüssiger Weise generös Freiheit zugestehen, hat das nichts zu tun; ich habe mich dazu überhaupt nicht geäußert. Um das besonders fürsorgliche Verhalten des DFB gegenüber Herrn Hopp im Verhältnis zu allem und allen anderen zu erkennen, und nur darum ging es mir, muss man sich allerdings nicht einmal die Kontaktlinsen putzen, sondern nur den Vereinsschal ganz korrekt um den Hals wickeln, anstatt ihn als Augenbinde zu benutzen.

Dann hätten Sie vielleicht auch bemerkt, dass ich gar nichts Falsches über die Herren Hopp und zweimal Zwanziger behauptet habe; bei bestimmten persönlichen Verwicklungen hält man sich als Würden- und Verantwortungsträger nur besser etwas zurück, anstatt gerade hier mit geliehener Verbandsautorität den Schutzengel Theo zu spielen. Das war übrigens, nur zur Sicherheit festgestellt, eine Meinung.

Zu Recht schreiben Sie von einer weiteren "scheinbaren" Unwissenheit meinerseits, wenngleich Sie vermutlich "anscheinend" meinten; kleiner Schiedunter. Denn tatsächlich habe ich ja überhaupt nicht in Frage gestellt, dass Herr Hopp seit Jahrzehnten in Stadionwürstchen beißt. Warum auch? Ob das guten Geschmack beweist, ist allerdings eine ganz andere Frage.  

Aber eines, das muss ich gestehen, verstehe auch ich nicht: Wenn Sie doch überhaupt nicht den Eindruck entstehen lassen wollen, dass Sie unter Umständen dünnhäutig wären, warum tun Sie es dann? Und wie kommen Sie auf die Idee, dass ich dafür Verständnis hätte? Eine Antwort erwarte ich übrigens nicht. Auch wenn ich Pressesprecher etwas seltsam finden, die keine Anfragen berücksichtigen wollen.

Mit freundlichen Grüßen,
Lorenz Maroldt
Chefredakteur
Der Tagesspiegel


Der ursprüngliche Kommentar im Tagesspiegel

Beleidigt im Stadion

Erste Liga, zwei Klassen

Von Lorenz Maroldt

Ein Milliardär ist zur Zielscheibe geworden, aber das hat nur mittelbar mit der Finanzkrise zu tun. Es geht um Dietmar Hopp, Mitgründer des Softwareunternehmens SAP, Mäzen und Stifter, der als einer der reichsten Deutschen schon mal fünfzig Euro Trinkgeld für die Klofrau an der Autobahnraststätte übrig hat und immer mal wieder ein paar Millionen für seinen Heimatverein. Die Turn- und Sportgemeinschaft Hoffenheim aus dem Rhein-Neckar-Kreis hat es mit viel Geld von Hopp und einigem sportlichen Geschick aus den untersten Spielklassen in die Bundesliga geschafft – eine Provokation für die Fans jener Vereine, die stolz auf ihre ruhmreiche Vergangenheit sein müssen, weil die Gegenwart auf sie eher traurig wirkt. Jedes Tor für Hoffenheim ist ein Treffer gegen die Mythen des Traditionsfußballs, jeder Sieg des geförderten Vereins ein Triumph der Kalkulierbarkeit. Deshalb wird der Milliardär Hopp, der doch meint, so viel Gutes zu tun, in den Stadien geschmäht und beleidigt.

Am vergangenen Sonntag war beim Spiel der Hoffenheimer gegen Dortmund im Gästeblock ein Transparent zu sehen, das den Mäzen hinter einem Fadenkreuz zeigte, dazu der Spruch: „Hasta la vista, Hopp!“. Ein Zitat aus einem Schwarzenegger-Film; Fiktion, wenn auch brutale. Seitdem ist einiges anders. Der DFB nahm sich der Sache an, auf beispiellose Weise. Zum besonderen Schutz von Hopp will der Verband künftig Pöbeleien und Drohungen, die ihn betreffen, unnachgiebig verfolgen und vors Sportgericht bringen. DFB-Präsident Theo Zwanziger sicherte dem Milliardär zu, das Verhalten der Fans ihm gegenüber beobachten zu lassen.

Das ist eine ziemliche Unverschämtheit. Der DFB lässt es seit Jahren zu, dass Spieler, Trainer, Präsidenten, Ordner und Zuschauer trotz aller gut gemeinten Appelle von Anhängern gegnerischer Mannschaften übel beleidigt werden; auch rassistische und homophobe Sprüche sind in jedem Stadion zu hören. Es kann niemand behaupten, dass Dietmar Hopp mehr leiden musste als Oliver Kahn oder Uli Hoeneß. Jeder Torwart nimmt beim Abstoß stoisch die Dreiwortbeleidigung hin, vor der jetzt Hopp exklusiv geschützt werden soll. Auf manchen Stadiontribünen hängen Spielerpuppen an selbst gebastelten Galgen. Und Gerald Asamoah, Deutscher mit dunkler Haut, begleiten Urwaldrufe unter der Aufsicht des DFB durch seine ganze Karriere.

Nein, Theo Zwanziger hat dem Mann hinter der Zielscheibe mit seinem Schutzversprechen keinen Gefallen getan. Es wird den Fans der Hoffenheim-Gegner eine Freude sein, Hopp mit viel Fantasie so korrekt zu beleidigen, dass niemand etwas dagegen unternehmen kann. Dabei verbindet Zwanziger und Hopp auch etwas Privates. Als der Hoffenheim-Mäzen den Fußballpräsidenten fragte, wen er ihm denn als Manager für die neue Frauenabteilung seines Vereins empfehlen könne, riet Theo Zwanziger: Nehmt Ralf Zwanziger, meinen Sohn. Und so kam es. Hoffenheim gehört bei den Zwanzigers also gewissermaßen zur Familie. Da hätte der Präsident über seine Worte besser „In eigener Sache“ geschrieben.

Dietmar Hopp muss sich ebenso wenig wie jeder andere in einem Stadion alles gefallen lassen. Fußballplätze sind keine rechtsfreien Räume. Aber im Stadion stehen Folklore und Verunglimpfung dicht beieinander. Dazwischen drängelt sich oft auch Ironie, etwa wenn Schalker Fans die Schmähungen ihrer Gegner aufnehmen und selber singen: „Wir sind die Ruhrpottkanacken“. Es geht beim Fußball anders zu als beim Federball; Provokationen, Emotionen, Aggressionen gehören dazu, bringen Leben ins Stadion.

So ist es auch in anderen Arenen des Showgeschäfts. Vor kurzem hat ein gescheiterter Kandidat von „Deutschland sucht den Superstar“ das über jeden und alles herziehende Jurymitglied Dieter Bohlen angezeigt, weil er sich beleidigt sah. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, mit der Begründung: Bei Beleidigungen seien sämtliche Umstände zu berücksichtigen, so auch die Gebräuche der Beteiligten. Dietmar Hopp hat eine Anzeige gegen den 19-Jährigen angekündigt, der das Fadenkreuz-Transparent gehalten hat. Vielleicht sind ihm die Gebräuche auf den billigen Plätzen fremd. Aber das ist dann sein ganz persönliches Problem.
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Kommentare [ 192 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von   kraule | 30.09.2008 08:48:18 Uhr
Das Niveau des Tagesspiegels lässt scheinbar wirklich nach.....
es geht mir nich darum stellung zu beziehen wer recht hat.
ABER
wenn ich das schreiben von der tsg
und die die antwort des tagesspiegel lese,
erkenne ich mindestens 2 klassen unterschied,
mindestens!
der pressesrpecher des der tsg
drückt sich gewält und angemessen aus.
die antwort ist irgendwie "modern" oder
einfach nur rotzfrech....
das ist ein punkt, eine tendenz,
welche mich zum ehemaligen abonnenten gemacht hat.
schade eigentlich !
Bild und Tagesspiegel nähern sich an.
Comment
von   ursula | 30.09.2008 14:27:29 Uhr
Meinungsfreiheit oder die "Tradition" der Retorte...?
Oberstes Gebot bei einem solchen “Dialog”,
dürfen nicht Androhungen, Konsequenzen
und gar Nötigung mit strafrechtlicher
Relevanz sein!

M. Sieger hat subjektiv reagiert, sein gutes
Recht! Lorenz Maroldt hat dies seinerseits
als “Agitation” bewertet und auch sehr
subjektiv reagiert! Mit seinen Waffen halt!

Er formuliert prächtig, so dass man Freude
hat, zu lesen und noch einmal zu lesen!
Der sachliche Inhalt wird fast sekundär...

...und “Meinung” darf er ohnehin haben!

Das kann er und er hat sich auch Mühe
gegeben, wie man doch herauslesen kann!
Er hat sich die eine oder andere Formulierung
wohl “ab gerungen”, im Interesse “seiner”
Sache!

Das beide nicht im “Fußballjargon” zu Hause
sind, könnte man Ihnen vorwerfen!

Maroldt hat aber eines gewiss getan, er hat
auf eine, die Presse bevormunden wollende
Ankündigung, in seinem “geschliffenen Stil”
ohne Polemik, angemessen reagiert!! P. S.
Comment
von   miha | 30.09.2008 09:04:54 Uhr
ganz schön arrogant, Herr Maroldt
schon der Kommentar von Herrn Maroldt war wenig geprägt von genereller Kritik an den Unverscämtheiten vieler Fans gegenüber Spielern und Vereinsbossen/Trainern. Da war die Reaktion des DFB auf die Hoppebeleidigung wohl eher Anlass, sich Hoppe - warum auch immer- vorzunehmen. Der Maroldtbrief auf die Hoppe-Reaktion an den Tsp allerdings ist nur noch arrogant.Wer ist hier der Dünnhäutige?
Comment
von   bummelsrurger | 30.09.2008 09:11:11 Uhr
Oh Mann,
wenn der Tagesspiegel einen Chefredakteur hat, der einen solchen Stil pflegt, bestätigt sich (wieder einmal), daß es in Berlin leider wirklich keine abonnierbare Tageszeitung gibt. Mann o Mann.
Comment
von   sunny1703 | 30.09.2008 09:15:39 Uhr
feudalherrschaft ist vorbei
Zum glück verschont uns unser demokratisches System bisher von solchen Meinungsdikatoren wie herrn Hopp.Wer einen artikel in einer demokratischen Zeitung zum Anlass nimmt zukünftige Anfragen dieser Zeitung nicht mehr zu beantworten,nur weil sie vielleicht nicht der Meinung des Herrn Hopp entspricht,zeigt was er von deutschland und seinem demokratischen Rechtswesen hält.Herr Hopp,sie mögen ihren Angestellten Rechte vorenthalten,doch Meinungsfreiheit können sie nicht unterbinden.Irgendwie erinnert moch diese Einflussnahme an Mielke,aber der spuk ist ja zum Glück auch vorbei oder kommt jetzt die Hoppokratie!!??
Comment
von   palantir | 30.09.2008 09:24:47 Uhr
Ich bin kein Hoffenheim-Anhänger, aber
das flapsige, unseriöse Antwortschreiben Maroldts ist doch eher etwas für die Schublade, als es hier auch noch breitzutreten. In Hoffenheim wird es wohl zu Recht direkt in den Papierkorb wandern.
Comment
von   uwemohrmann | 30.09.2008 09:29:46 Uhr
Arrogant?
Finde ich absolut nicht. Wenn sich ein Verein bzw. deren Macher sich anmaassen Pressezensur zu verhängen, finde ich es sehr skandalös. Der Artikel von Herrn Maroldt war sehr angemessen und das Verhalten des Herrn Z. und des DFB etwas merkwürdig.Die Antwort des Herrn Maroldt auf den unangemessenen Brief des Pressesprechers finde ich völlig ok. Ich hätte noch bösartiger und wirkich arrogant geschrieben.
Comment
von   zeropage | 30.09.2008 09:30:15 Uhr
Selten...
...habe ich so eine peinliche, arrogante und überhebliche Pseudo-Antwort gelesen wie die des Herrn Maroldt. Er gibt eine scheinbare intellektuelle Überlegenheit vor, bewegt sich allerdings argumentativ und stilistisch auf allerunterstem Schülerzeitungsniveau. Wenn ich mich überhaupt jemals "fremdgeschämt" habe, dann für diesen absolut überflüssigen Antwortbrief des Chefredakteurs des Tagesspiegels. Unfassbar.
Comment
von   udittmer | 30.09.2008 14:47:48 Uhr
treffend formuliert, zeropage
Mit dem Veröffentlichen eines derartigen Antwortschreibens versucht Herr Maroldt ja wohl einen Eindruck auf die Tagesspiegelleser zu machen. In meinem Fall gelingt ihm das zu 100%; ich werde zukünftig auf die Lektüre der Zeitung verzichten. Was soll schon in einer Redaktion entstehen deren Chef es für richtig hält sich auf diesem Niveau zu produzieren?
Comment
von   hau | 30.09.2008 09:30:20 Uhr
Das ist nicht mehr "der" Tagesspiegel
Ihr Verhalten, sehr geehrter Herr Marholdt, ist schlicht unmöglich.

Der Tagesspiegel entwickelt sich immer mehr zur "BLÖD"-Zeitung
(so wird dieses Blatt mit vier Großbuchstaben und den vielen großen Bildern jedenfalls vom Schauspieler/Sänger Manfred Krug genannt).
Comment
von   berlin14057 | 30.09.2008 09:31:18 Uhr
Gute Antwort Herr Maroldt
Die Antwort von Herrn Maroldt war gut und richtig. Das Schreiben von der TSG ist doch nicht "besser" nur weil es nett, höflich und politisch korrekt formuliert ist. Auf so einen dämlichen Brief hätte ich genauso reagiert wie Herr Maroldt, auch wenn das bei der Mehrheit, die ja immer schön auf Umgangsformen und Etikette bedacht ist, nicht gut ankommt.
Comment
von   mic | 30.09.2008 09:31:29 Uhr
Muster-PR
Sehr geehrter Herr Sieger,

vielen Dank für das Musterbeispiel, wie man PR unbedingt nicht machen sollte. Bereits im ersten Semester Kommunikationswissenschaften lernt man, dass sich ein Presseboykott genauso wenig gehört, wie ein mit einer Anzeige erkaufter Artikel. Meist entwickelt sich derlei Ansinnen eher zum Bumerang.

Vielleicht aber sind Sie nur dem Druck eines geltungsbedürftigen Präsidenten oder Geschäftsführers oder Hauptgeldgebers erlegen. So, wie es in vielen Unternehmen in Deutschland gang und gäbe ist, wenn Narzissten und Egomanen die Zügel in der Hand halten. Negative Presse gehört sich da nicht.

Dem Image Ihres Vereins in Berlin dürften Sie mit dem Tagesspiegel-Boykott jedenfalls einen Bärendienst erwiesen haben.
Comment
von   lr | 30.09.2008 09:32:34 Uhr
Oh Weh...
oh weh, herr maroldt, wie peinlich - um es mal charmant zu sagen!

aber immerhin: was ihnen an format fehlt, machen sie mit profunder kenntnis deutscher sprache wett, denn sie kennen den unterschied zwischen anscheinend und scheinbar - wirklich beeindruckend!!

lieber herr maroldt, vielleicht haben sie es - besser spät als nie - nun selbst doch noch gemerkt: manchmal ist weniger mehr.

aber vielleicht sind sie ja auch nur urlaubsreif....

Comment
von   kurvenstar | 30.09.2008 09:34:08 Uhr
Es ist schon schwer zu ertragen
dass in der Provinz erfolgreich gearbeitet und gespielt wird, während der "Hauptstadtverein" Jahr für Jahr Millionen verbrennt, ohne dass etwas Zählbares herausspringt.

Ich kann den armen Herrn Maroldt verstehen.
Comment
von   berlinbuerger | 30.09.2008 09:35:33 Uhr
Niveau
Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen und vermisse wirklich das Niveau des ehemaligen Tagesspiegels. Früher bemühte sich der Tagesspiegel um eine objektive Informationspolitik und nicht um vorgefertigte Meinungen a la Bild/BZ-Niveau. Die allgegenwärtigen heutigen Neidkampagnen gegen alles und jeden, scheint leider auch mittlerweile in die Chefetagen des Tagesspiegels Einzug gehalten zu haben. Das hat leider überhaupt nichts mehr mit gutem Journalismus zu tun! Vielleicht sollte sich der Tagesspiegel wieder auf humanistische Werte zurückbesinnen, den BZ und Bild gibt es bereits in Berlin.

Ein entäuschter, ehemaliger Tagesspiegelleser
Comment
von   a.muse | 30.09.2008 09:40:02 Uhr
Königs wüster Haufen
Die von Hr. Maroldt beschriebene Klüngelei zwischen den beiden Präsidenten ist exakt das übliche Verfahren in dieser Republik, nach dem Posten und Möglichkeiten unter den sog. Großkopferten verteilt werden. Es ging eigentlich noch nie um Talent oder Können, es geht um Beziehungen. Die Antwort auf diesbezügliche Nachfragen ist auch immer dieselbe: ein hochnäsiges: "Glauben Sie denn, dass die Hohen Herren so etwas nötig hätten..."

Ja, haben sie. Nicht zum Vorteil der Gesellschaft, in der sie leben. Sondern zum eigenen Nutzen. Was denn auch die Basis dafür ist, dass sich diese Gesellschaft weiter unter ihren eigentlichen Möglichkeiten entwickeln wird. Wegen der Klüngelei und dem fehlenden Weitblick sogenannter Patriarchen, die weder über ihren Tellerrand noch über den Rand ihres Sandkastens hinausschauen können.

Ein gewählte und angemessene Ausdrucksform kann mir dabei gern gestohlen bleiben.
Comment
von   karnival | 30.09.2008 16:20:29 Uhr
@a.muse
Wer den etablierten, auf Erfolg und Anerkennung fußenden Familiennamen für sich nutzt, muss auch mit der Verantwortung leben, diesen umso mehr mit Leistung und Qualität zu füllen. Tut er dies nicht,leidet nicht nur die handelnde Person sondern mit ihr der gute Name. Ich halte ich es für herablassend, jeder "Familienbande" unlautere Motive zu unterstellen, nur weil zwei Generationen der Familie im gleichen Berufsfeld arbeiten. Dies käme ja einem Berufsverbot für Kinder erfolgreicher Eltern nah.
Und im konkreten Fall halte ich die vermeintliche "Mauschel"-Dividende doch für sehr gering, ist die Betreuung der Frauen-Fußball-Abteilung ein zwar vielleicht sicherer,aber nicht unbedingt weihevoller Job.

Und zum hier kommentierten Briefwechsel. Wenn Gockel kämpfen,fliegen Federn! Gockel im Fußballstall sind ja nichts seltenes, Gockelgehabe im Journalismus sollte doch den Boulevardvertretern mit zuviel Haargel überlassen werden.
Ich vermisse Giovanni di Lorenzo
Comment
von   neville | 30.09.2008 09:44:25 Uhr
Sehr geehrter Herr Maroldt,
wie wäre es bitte schön, mit einer Entschuldigung? Sowohl Ihr Kommentar als auch Ihr Antwortschreiben bewegen sich unterhalb der Gürtellinie, und dann wundern Sie sich, dass man mit Ihnen nicht mehr reden möchte?
Ich möchte nicht jeden Punkt einzeln auseinandernehmen, aber, sehr geehrter Herr Maroldt, aber, wer indirekt dazu aufruft, Menschen zu diffamieren, der solle nicht den Unschuldsengel spielen. Journalistische Verantwortung sieht anders aus. Ich empfehle Ihnen folgendes Leitbild: "RERUM COGNOSCERE CAUSAS"
Comment
von   vivalaradio | 30.09.2008 09:59:01 Uhr
Richtige Antwort
Wer sich auf das Parkett der Bundesliega begibt, muss lernen mit jeglicher Art von Kommentaren umzugehen. Da fehlt es sicher noch etwas an Erfahrung in Hoffenheim. Größe zeigt der, der sich nicht von Provakationen beeindrucken lasst (z.B. Hugo Chavez vs. Angela Merkel). In München hätte man jedenfalls routinierter auf einen solchen Kommentar reagiert. Es war nach der Reaktion aus Hoffenheim genau richtig, nicht auf dieses pseudo-sachliche, beleidigte Niveau des Pressesprechers einzugehen. Markus Sieger hat uns hier die Bettina Böttinger (damals bei Schmidt) gemacht, und für Hoffenheim viele Sympathien verspielt. Hr. Maroldt hat nur einen Vorgeschmack dessen gegeben, was die TSG zukünftig in den dt. Stadien zu erwarten hat.
Comment
von   manni_b | 30.09.2008 10:01:30 Uhr
Muss das sein?
Muss man denn unbedingt diesen belanglosen Schriftverkehr veröffentlichen?
Weder der Brief des einen noch die Entgegnung des Anderen gehören veröffentlicht. das (und nur das für sich alleine) ist unterstes Niveau.
Ansonsten ist der Vorgang genauso interessant wie die Schaufel die im Hamburger Hafen umfällt (um al den armen Reis nicht zu bemühen.)

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