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SENDER UND VERLEGER

Zoff um Internet-Aktivitäten erreicht Österreich


(05.09.2008) Im Streit um den neuen Rundfunkstaatsvertrag ist der Ton in Deutschland rau geworden. Nun sind auch die Verleger in Österreich erbost, nachdem ein Konzept-Papier des ORF aufgetaucht ist, in dem über massive Online-Angebote mit kommerzieller Ausrichtung nachgedacht wird.

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Auseinandersetzungen über das Engagement öffentlich-rechtlicher Sender im Internet gibt es nun auch in Österreich. Nachdem der ORF sich die Internetadresse www.d-orf.at hat sichern lassen und derzeit darüber nachdenkt, dort eine Internet-Community mit zahlreichen kommerziellen Elementen zu etablieren, hagelt es nun schwere Vorwürfe durch die Verleger der Alpenrepublik.

Wie die Zeitung "Der Standard" berichtet, denke man beim Sender laut einem Konzept, das für die dortige Onlinenredaktion entwickelt wurde, darüber nach, in dem neuen Internetportal unter anderem ein Shop-Angebot, eine Auktionsplattform, ein vermarktbares soziales Netzwerk, ein Angebot für Musik-Downloads und eine Kontaktbörse zu implementieren. Entwickelt wurde das Konzept von einer externen Agentur.
 


 
Horst Pirker, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungsverleger (VÖZ) sagte gegenüber dem "Standard": "Im Grunde ist das Konzept so etwas wie eine rauchende Pistole." Pirker sieht in dem Vorhaben "eine Flut von Gesetzesverstößen". Der Verband wolle - im Falle einer Umsetzung der Pläne - notfalls juristisch gegen die Pläne vorgehen.

Beim ORF hingegen verteidigt man die Pläne. "Denken darf man", sagte ORF-Sprecher Pius Strobl dem "Standard". Pius betont, dass  es sich lediglich um einen "Projektvorschlag" handle, den man prüfe. "Wir werden keine Projekte realisieren, die auch nur im Ansatz nicht der Rechtslage entsprechen", so Strobl zur Zeitung. ORF-Chef Alexander Wrabetz bezeichnete die Pläne mittlerweile als rechtlich "nicht durchführbar".
 
Gegenüber "Die Presse" sagte der Sprecher: "Wir haben keinen Auftrag zu irgendetwas erteilt". Die Agentur, die das Konzept vorgelegt hat, habe ein Projekt entwickelt, das sie nun dem Sender verkaufen wolle.

Sollte das kritisierte Konzept tatsächlich umgesetzt werden, könnte dem ORF Ärger aus Brüssel drohen. Die EU-Kommission hat die Online-Aktivitäten des Senders bereits im Visier. Hier zu Lande haben ARD und ZDF bereits erklärt, derartige Angebote, wie im ORF-Konzept angedacht, nicht in ihre Internet-Aktivitäten mit einzubeziehen. Auch im neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag soll es ein Verbot für derartige Inhalte ohne konkreten Bezug zu den Sendungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten geben.

 
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