Donnerstag, 08. Januar 2009, 20:15:31 Uhr, NZZ Online
(pd) Eine Studie interpretiert das Digitalradio DAB+ als Hoffnungsträger für das herkömmliche UKW-Radio. Gemäss der Analyse von Prognos wird das Radio in seiner herkömmlichen Form umso bedeutungsloser, je weniger die Digitaltechnik DAB+ durchgesetzt werden kann. Ohne eigenständiges digitales Radio-Übertragungssystem könne das Radio seinen Status als Massenmedium verlieren, befürchten die Autoren des Themenreports «Radio 2012».
Die jahrelange Resistenz der deutschsprachigen Radiomärkte gegen die Digitalisierung des terrestrischen Übertragungsweges werde immer mehr zum Marktnachteil: Bisher profitierten die Etablierten vom Stillstand bei der Digitalisierung, weil die UKW-Frequenz-Knappheit eine hohe Hürde für neue Konkurrenten darstellte. Jetzt fehlen ihnen die Spielräume für Expansion oder Diversifikation. Heute wäre es laut Prognos wünschenswert, wenn die Radiosender auf sinkende Reichweiten und Hörerzahlen auch anders reagieren könnten als mit wenig zukunftsfähigen Kostensenkungsmassnahmen.
Das Internet sei bereits jetzt der meistgenutzte digitale Übertragungsweg für Radio im deutschsprachigen Raum. Internetbasierte Übertragungstechnologien seien künftig am besten geeignet, das individuelle digitale Radio für jeden Haushalt zu realisieren, sie scheiterten aber noch an technischen Restriktionen im Bereich des mobilen und portablen Empfangs. Dagegen könne digitales terrestrisches Radio über den neuen Standard DAB+ den sich wandelnden Bedarf nach Radio und Audio durch neue und andersartige Programme flexibel auffangen. DAB+ löse auch in Zukunft die heutigen Stärken des Radios ein: überall empfangbar, kabellos und einfach zu bedienen. Die Chancen ständen gut, dass die Erosion der Radionutzung vor allem bei jungen Altersgruppen mit Hilfe von DAB+ gestoppt werden könne. Die Branche müsse deshalb DAB+ durchsetzen.
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