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TV-Rechte

Fußballer drohen mit Klage

Erstellt 18.08.08, 18:46h

Die Vereinigung der Klubs ist verärgert über die Ablehnung des reformierten TV-Modells. Die DFL wollte alle Spielberichte eigens produzieren und auf einem unverschlüsselten Digitalkanal senden. Das Kartellamt lehnt diesen Vorschlag ab.

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DFL-Vizepräsident Peter Peters will sich gegen das Kartellamt wehren. (Bild: dpa)
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DFL-Vizepräsident Peter Peters will sich gegen das Kartellamt wehren. (Bild: dpa)
HAMBURG - Der Streit zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Bundeskartellamt um die zukünftige TV-Vermarktung der Bundesliga spitzt sich zu. Die DFL will gegen die Bonner Behörde klagen, nachdem sie aus den Medien von der neuen Ablehnung eines nachträglich eingereichten zentralen Vermarktungskonzepts erfahren hat. „Natürlich ist man nicht glücklich darüber, wenn man das so erfährt. Wir waren erstaunt“, sagte DFL-Vizepräsident Peter Peters am Montag. „Dagegen werden wir uns zur Wehr setzen. Wir haben immer gesagt, dass wir alle uns bietenden juristischen Mittel ausschöpfen werden.“

Eine entsprechende Klage gegen das Kartellamt wegen dessen anhaltender Ablehnung werde nun nach weiteren Beratungen mit den DFL-Anwälten erfolgen. Nachdem die Behörde deutlich gemacht hatte, wie bisher eine zeitnahe „Highlight-Berichterstattung“ im frei empfangbaren Fernsehen haben zu wollen, legte die DFL den Plan vor, die entsprechenden Spielberichte eigenproduziert in einem unverschlüsselten Digitalkanal zu platzieren. Das Kartellamt bemängelt an diesem Kompromiss, dass zu wenige Haushalte über Digitalempfänger verfügten.

Durch die unverminderte Blockade der Ligaverbandspläne steht der ursprünglich ausgehandelte Drei-Milliarden-Euro-Vertrag der DFL mit dem Kirch-Tochterunternehmen Sirius für die Spielzeiten 2009 / 2010 bis 2014 / 2015 vor dem Aus. „Die Vertragsgrundlage ist weggefallen. Das gibt beiden Vertragsparteien die Möglichkeit, den Vertrag aufzulösen“, sagte Peters. Vor wenigen Wochen hatte bereits der engste Kirch-Vertraute Dieter Hahn angekündigt, die eigentlich garantierte Summe von 500 Millionen Euro jährlich wegen der Einschränkungen des Kartellamts nicht mehr gewährleisten zu können. Sollte die DFL-Klage scheitern und der Sirius-Vertrag tatsächlich platzen, müsste die DFL die TV-Rechte neu ausschreiben.

Unterstützung erhält die Liga aus dem Umfeld der Nationalmannschaft. Manager Oliver Bierhoff startete am Montag einen Frontalangriff auf vermeintliche Gegner des Fußballs in Deutschland und schloss sogar einen Bundesliga-Streik nicht aus. „Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Fußballs wird in Deutschland trotz aller Sonntagsreden der Politiker immer wieder unnötig in Frage gestellt und somit nicht angemessen gewürdigt. Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn wie in den USA oder Italien die ganze Liga streikt und damit den Spielbetrieb an mehreren Wochenenden einstellt“, sagte der 40 Jahre alte Bierhoff.

Der ehemalige DFB-Kapitän beklagt die „fußballfeindliche“ Haltung des Bundeskartellamts sowie die Forderung der deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) nach Rückerstattung von 50 Millionen Euro für Sicherheitsdienste der Polizei in den Stadien. „Es muss doch allen klar sein, dass es in keinem anderen Land der Welt Spitzenfußball so günstig für die Fans und Konsumenten zu haben gibt wie bei uns. Es geht hier um grundsätzliche Dinge und nicht um eine Besserstellung des Fußballs gegenüber anderen Märkten. Aber es kann nicht sein, dass die wirtschaftliche Bedeutung des Fußballs immer wieder von Entscheidungsträgern unterschätzt wird“, meinte Bierhoff. (sid, dpa)



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