Der Streit um die Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen eskaliert: Die Deutsche Fußball Liga will nun gegen die Entscheidung des Kartellamts klagen. Die Behörde hatte die TV-Pläne des Verbandes zuvor erneut abgelehnt.
Hamburg - Der Ligaverband geht in die Offensive: "Wir werden uns zur Wehr setzen", sagte DFL-Vizepräsident Peter Peters am heutigen Montag. Gemeint war die Entscheidung des Bundeskartellamts, die Vermarktungspläne der DFL für die TV-Rechte an der Bundesliga abzulehnen.
Die DFL hatte eine auf 30 Minuten verkürzte Zusammenfassung der Höhepunkte um 19.30 Uhr im digitalen TV angeboten, anstelle der ausführlichen "Sportschau" der ARD samstags ab 18 Uhr. Weil das Amt dies zurückwies, will der Ligaverband nun gegen die Entscheidung klagen.
Für zusätzlichen Unmut sorgte zudem der Umstand, dass das Kartellamt die jüngste Entscheidung der DFL offenbar nicht direkt mitgeteilt hatte. Der Verband hatte aus den Medien von der Abfuhr erfahren. "Natürlich ist man nicht glücklich darüber, wenn man das so erfährt", sagte Peters.
Damit geht der Streit um die Vermarktung der Fernsehrechte an der Bundesliga weiter: Denn das Kartellamt hält den Vorschlag der DFL weiterhin für inakzeptabel. Eine wie von der DFL vorgeschlagene Zusammenfassung würde nicht genügend Zuschauer im frei empfangbaren Fernsehen erreichen, lautete die Begründung.
Der Bezahlsender Premiere würde bei einem späteren Sendetermin der ARD-Sportschau - etwa nach 22 Uhr - deutlich mehr Geld für die Live-Rechte bieten. Bislang bekommt die Liga pro Saison 420 Millionen Euro, bei der Neuausschreibung geht es um die Rechte ab der Saison 2009/2010.
cvk/dpa-AFX
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