Berliner Zeitung[skrieg]
redblog - 25. Juli, 06:51 -
Der Berliner Zeitungsmarkt ist der am meisten umkämpfte Zeitungsmarkt der Republik. Sechs Lokalzeitungen buhlen um die Gunst der Leserschaft. Auf dem Boulevard sind das BZ, Kurier und BILD. Neben diesen Zeitungen gibt es noch den aus Westberlin stammenden Tagesspiegel, Springers Morgenpost und die aus Ostberlin stammende Berliner Zeitung. Hinzu kommen die beiden in Berlin hergestellten Tageszeitungen ND und taz, die jeweils über einen eigenen Lokalteil verfügen.

Nach dem Mauerfall versuchten sowohl der Tagesspiegel als auch die Berliner Zeitung im jeweils anderen Stadtteil an Bedeutung zu gewinnen. Zwar gab es, bedingt durch Umzüge innerhalb der Stadt und Zuzüge nach Berlin, Verschiebungen, jedoch gilt weiterhin, daß der Tagesspiegel die Zeitung für Westberlin und die Berliner für Ostberlin ist.
Nach dem Anschluß übernahm ein Joint Venture von Maxwell Communications und Gruner + Jahr den Berliner Verlag, 1992 wurde Gruner + Jahr Alleineigentürmer. Nachdem der Verlag sich aus dem Tageszeitungsgeschäft zurückziehen wollte, zeigte sich der in Stuttgart ansässige Verlagsgruppe Holtzbrinck am Berliner Verlag interessiert und kaufte ihn. Die Übernahme wurde jedoch 2004 vom Bundeskartellamt untersagt. Bereits 1992 hatte Holtzbrinck den Tagesspiegel übernommen, ebenso das Stadtmagazin zitty. Mit der Übernahme des Berliner Verlages hätte Holtzbrinck über eine marktbeherrschende Stellung verfügt, da dort nicht nur die Berliner Zeitung und der Kurier erscheinen, sondern noch das zweite große Berliner Stadtmagazin, der tip.

Im Herbst 2005 verkaufte die Verlagsgruppe aus Stuttgart den Berliner Verlag für geschätzte 150 bis 180 Millionen Euro an die BV Deutsche Zeitungsholding, ein Unternehmen des Großinvestors David Montgomery, einer sogenannten "Heuschrecke".
Während Montgomery versuchte anfangs im Berliner Verlag für Ruhe zu sorgen und von einer langfristigen Investition sprach, wurde jedoch schnell deutlich was zählte: die Rendite. Die Erwartungen der Finanziers liegen bei 20 Prozent. In den letzten Jahren verließen immer mehr Journalisten die Berliner Zeitung. Die Stimmung bei der Belegschaft ist am Tiefpunkt. Frei werdende Stellen werden nicht mehr besetzt und weitere sollen gestrichen werden. Zur Kostensendung wird auch auf Auslagerung zurückgegriffen. Seiten, wie beispielsweise die Medienseite, sollen künftig von externen Dienstleistern produziert werden.
Noch hält die Belegschaft relativ still, was heißt, daß eine richtige Bestreikung der Zeitung noch nicht stattfand.
Wie andere Zeitungen auch, verliert die Berliner stetig an Auflage. Für Mecom gibt es nur einen Weg. Augen zu und durch. Sie "müssen" kräftig an der Renditeschraube drehen, haben sie sich doch in den letzten Jahren kräftig auf Kredit Medienhäuser in ganz Europa gekauft.
Innerhalb des letzten Jahres verlor die Berliner Zeitung über 11 % ihrer Abonnenten. Wie von verschiedenen Seiten zu vernehmen ist, entschließen sich immer mehr Abonnenten der Berliner den Rücken zu kehren. Und das, obwohl Kündigungswilligen bei Verlängerung des Abos um ein weiteres Jahr eine Überweisung in Höhe von 70 Euro angeboten wird. Dies entspricht ungefähr einem drittel des Jahrespreises.
Geht der Berliner Verlag krachen, gibt es einen großen Gewinner: Holtzbrinck.
Dem Tagesspiegel hätte er somit nicht nur den Konkurrenten Berliner vom Hals geschafft, auch seinem Stadtmagazin zitty würde der Konkurrent abhanden kommen. Aber ob man so viel Weitblick hatte, als man 2002 den Berliner Verlag erwarb und den Einspruch der Kartellbehörde hätte vorausahnen können, ist nicht klar. Verwundern würde es jedoch nicht.

Nach dem Mauerfall versuchten sowohl der Tagesspiegel als auch die Berliner Zeitung im jeweils anderen Stadtteil an Bedeutung zu gewinnen. Zwar gab es, bedingt durch Umzüge innerhalb der Stadt und Zuzüge nach Berlin, Verschiebungen, jedoch gilt weiterhin, daß der Tagesspiegel die Zeitung für Westberlin und die Berliner für Ostberlin ist.
Nach dem Anschluß übernahm ein Joint Venture von Maxwell Communications und Gruner + Jahr den Berliner Verlag, 1992 wurde Gruner + Jahr Alleineigentürmer. Nachdem der Verlag sich aus dem Tageszeitungsgeschäft zurückziehen wollte, zeigte sich der in Stuttgart ansässige Verlagsgruppe Holtzbrinck am Berliner Verlag interessiert und kaufte ihn. Die Übernahme wurde jedoch 2004 vom Bundeskartellamt untersagt. Bereits 1992 hatte Holtzbrinck den Tagesspiegel übernommen, ebenso das Stadtmagazin zitty. Mit der Übernahme des Berliner Verlages hätte Holtzbrinck über eine marktbeherrschende Stellung verfügt, da dort nicht nur die Berliner Zeitung und der Kurier erscheinen, sondern noch das zweite große Berliner Stadtmagazin, der tip.

Im Herbst 2005 verkaufte die Verlagsgruppe aus Stuttgart den Berliner Verlag für geschätzte 150 bis 180 Millionen Euro an die BV Deutsche Zeitungsholding, ein Unternehmen des Großinvestors David Montgomery, einer sogenannten "Heuschrecke".
Während Montgomery versuchte anfangs im Berliner Verlag für Ruhe zu sorgen und von einer langfristigen Investition sprach, wurde jedoch schnell deutlich was zählte: die Rendite. Die Erwartungen der Finanziers liegen bei 20 Prozent. In den letzten Jahren verließen immer mehr Journalisten die Berliner Zeitung. Die Stimmung bei der Belegschaft ist am Tiefpunkt. Frei werdende Stellen werden nicht mehr besetzt und weitere sollen gestrichen werden. Zur Kostensendung wird auch auf Auslagerung zurückgegriffen. Seiten, wie beispielsweise die Medienseite, sollen künftig von externen Dienstleistern produziert werden.
Noch hält die Belegschaft relativ still, was heißt, daß eine richtige Bestreikung der Zeitung noch nicht stattfand.
Wie andere Zeitungen auch, verliert die Berliner stetig an Auflage. Für Mecom gibt es nur einen Weg. Augen zu und durch. Sie "müssen" kräftig an der Renditeschraube drehen, haben sie sich doch in den letzten Jahren kräftig auf Kredit Medienhäuser in ganz Europa gekauft.
Innerhalb des letzten Jahres verlor die Berliner Zeitung über 11 % ihrer Abonnenten. Wie von verschiedenen Seiten zu vernehmen ist, entschließen sich immer mehr Abonnenten der Berliner den Rücken zu kehren. Und das, obwohl Kündigungswilligen bei Verlängerung des Abos um ein weiteres Jahr eine Überweisung in Höhe von 70 Euro angeboten wird. Dies entspricht ungefähr einem drittel des Jahrespreises.
Geht der Berliner Verlag krachen, gibt es einen großen Gewinner: Holtzbrinck.
Dem Tagesspiegel hätte er somit nicht nur den Konkurrenten Berliner vom Hals geschafft, auch seinem Stadtmagazin zitty würde der Konkurrent abhanden kommen. Aber ob man so viel Weitblick hatte, als man 2002 den Berliner Verlag erwarb und den Einspruch der Kartellbehörde hätte vorausahnen können, ist nicht klar. Verwundern würde es jedoch nicht.
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