Rückschlag für Leo Kirch und die Fußballclubs in Deutschland: Das Kartellamt hat die milliardenschweren Pläne zur TV-Vermarktung der Bundesliga abgelehnt. Jetzt drohen den Vereinen finanzielle Einbußen.
Bonn - Die Wettbewerbshüter fanden deutliche Worte: Das Vermarktungsmodell des Ligaverbandes DFL genüge nicht den kartellrechtlichen Ansprüchen, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Auch von der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch vorgeschlagene Änderungen reichten nicht aus. "Daher würde das Vermarktungsmodell förmlich untersagt, wenn die DFL daran festhalten sollte", erklärte das Kartellamt.
Das Modell beteilige die Fernsehzuschauer nicht angemessen, hieß es zur Begründung. Die Behörde will den von der DFL zentral organisierten Verkauf der Vereinsrechte nur dann genehmigen, wenn die Zuschauer im frei empfangbaren Fernsehen eine Zusammenfassung der Samstagsbegegnungen vor 20.00 Uhr bekommen.
Der Ligavorstand mit Präsident Reinhard Rauball an der Spitze berät in Frankfurt am Main über die neue Situation. Die Entscheidung könnte für die Bundesligisten finanzielle Einbußen bedeuten. Der Drei-Milliarden-Deal mit der Kirch-Tochter Sirius steht nunmehr auf der Kippe, zumal die Grundlage für die Umsetzung des Vertrages mit der Kartellamtsentscheidung entfallen ist.
Die DFL hat die Vermarktung an die Agentur Sirius des Medienmoguls Leo Kirch vergeben, die im Gegenzug Erlöse von 500 Millionen Euro pro Saison garantiert. Bei einer früheren Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen wird es Experten zufolge schwer, diese Summe einzuspielen. Derzeit kassiert die Liga - mit der frühen ARD-Sportschau - 420 Millionen Euro.
suc/dpa/ddp/Reuters
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