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24.07.2008
 

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KARTELLAMTSENTSCHEIDUNG

"Ein Schlag für den deutschen Profi-Fußball"

Bauchlandung für Kirch und die Deutsche Fußball-Liga: Das Bundeskartellamt besteht auf einer Übertragung der Bundesliga-Berichte im Free-TV bis 20 Uhr. Damit sind die hochfliegenden Pay-TV-Pläne hinfällig. Die Profi-Clubs reagieren mit Empörung.

Hamburg - "Das ist ein ganz schöner Hammer und ein Schlag ins Kontor für den deutschen Profi-Fußball", sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. Die Position des Bundeskartellamts sei "unverständlich und könnte den deutschen Profi-Fußball um Jahre zurückwerfen", sagte Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Fußballprofis Schweinsteiger (l.) und Marcelinho: "Immer höhere Hürden"
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AP

Fußballprofis Schweinsteiger (l.) und Marcelinho: "Immer höhere Hürden"

Das Bonner Wettbewerbshüter hatten am Donnerstagvormittag darauf bestanden, dass die Samstagsspiele der Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen in einer Zusammenfassung bis 20 Uhr übertragen werden müssen (mehr...). Nur unter dieser Voraussetzung erkennt das Bundeskartellamt die Zentralvermarktung der TV-Rechte durch die deutschen Profi-Clubs als grundsätzlich zulässig an.

Das von DFL mit der Kirch-Tochter Sirius geplante Geschäft hat ein Volumen von garantierten drei Milliarden Euro. Pro Jahr sollten die 36 Profi-Clubs der Ersten und Zweiten Liga in Deutschland mindestens 500 Millionen Euro erhalten.

"Ich weiß nicht, ob die Herren wissen, wie der Fußball tickt und welche negativen Folgen das haben wird. Ich habe das Gefühl, dass uns die Politik immer höhere Hürden in den Weg stellt", so Rummenigge, der dem DFL-Vorstand angehört: "Ich weiß nicht, wie wir international wettbewerbsfähig sein wollen und sehe große Probleme auf uns zukommen."

Die DFL befürchtet im Falle der Beibehaltung der frühen Zusammenfassung massive finanzielle Einbußen. DFL-Präsident Reinhard Rauball macht sich besonders Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Vergleich: "Keine andere Liga in Europa wird von Amtsseite derart in ihren Vermarktungsmöglichkeiten beschränkt, in keinem anderen Land wird derart in den Wettbewerb eingegriffen. Die Zentralvermarktung ist in fast allen Ländern Europas gelebte Praxis und funktioniert ohne derart drastische Auflagen. Das muss auch in Deutschland möglich sein."

Sollte die DFL ihr Rechtepaket ohne eine Free-TV-Zusammenfassung am Hauptspieltag bis 20 Uhr ausschreiben, könnte das Kartellamt Sanktionen bis hin zur Unterlassungsverfügung verhängen. Ein entsprechendes Vermarktungsmodell "würde förmlich untersagt, wenn die DFL daran festhalten sollte", hieß es in einer Stellungnahme des Kartellamtes.

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Die DFL berät derzeit in Frankfurt am Main über das weitere Vorgehen. Nach Ansicht von Manfred Müller, DFL-Aufsichtsratsmitglied und Geschäftsführer von Werder Bremen, komme die Entscheidung "beinahe einer Nötigung" gleich: "Wenn es die Möglichkeit gibt, dagegen Rechtsmittel einzulegen, sollte man dies tun."

Heribert Bruchhagen, Vorstandvorsitzender von Eintracht Frankfurt und ebenfalls DFL-Vorstandsmitglied sieht die Lage weniger dramatisch. "Wo ist das Problem? Wenn wir weniger Einnahmen haben, geben wir eben weniger aus", sagte Bruchhagen der Tageszeitung "Die Welt".

ruf/sid/dpa





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