Bauchlandung für Kirch und die Deutsche Fußball-Liga: Das Bundeskartellamt besteht auf einer Übertragung der Bundesliga-Berichte im Free-TV bis 20 Uhr. Damit sind die hochfliegenden Pay-TV-Pläne hinfällig. Die Profi-Clubs reagieren mit Empörung.
Hamburg - "Das ist ein ganz schöner Hammer und ein Schlag ins Kontor für den deutschen Profi-Fußball", sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. Die Position des Bundeskartellamts sei "unverständlich und könnte den deutschen Profi-Fußball um Jahre zurückwerfen", sagte Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL).
Das Bonner Wettbewerbshüter hatten am Donnerstagvormittag darauf bestanden, dass die Samstagsspiele der Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen in einer Zusammenfassung bis 20 Uhr übertragen werden müssen
Das von DFL mit der Kirch-Tochter Sirius geplante Geschäft hat ein Volumen von garantierten drei Milliarden Euro. Pro Jahr sollten die 36 Profi-Clubs der Ersten und Zweiten Liga in Deutschland mindestens 500 Millionen Euro erhalten.
Die DFL befürchtet im Falle der Beibehaltung der frühen Zusammenfassung massive finanzielle Einbußen. DFL-Präsident Reinhard Rauball macht sich besonders Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Vergleich: "Keine andere Liga in Europa wird von Amtsseite derart in ihren Vermarktungsmöglichkeiten beschränkt, in keinem anderen Land wird derart in den Wettbewerb eingegriffen. Die Zentralvermarktung ist in fast allen Ländern Europas gelebte Praxis und funktioniert ohne derart drastische Auflagen. Das muss auch in Deutschland möglich sein."
Sollte die DFL ihr Rechtepaket ohne eine Free-TV-Zusammenfassung am Hauptspieltag bis 20 Uhr ausschreiben, könnte das Kartellamt Sanktionen bis hin zur Unterlassungsverfügung verhängen. Ein entsprechendes Vermarktungsmodell "würde förmlich untersagt, wenn die DFL daran festhalten sollte", hieß es in einer Stellungnahme des Kartellamtes.
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Heribert Bruchhagen, Vorstandvorsitzender von Eintracht Frankfurt und ebenfalls DFL-Vorstandsmitglied sieht die Lage weniger dramatisch. "Wo ist das Problem? Wenn wir weniger Einnahmen haben, geben wir eben weniger aus", sagte Bruchhagen der Tageszeitung "Die Welt".
ruf/sid/dpa
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