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Vom bösen GEZ-Mann zum Berater für die Bürger. Der Bayerische Rundfunk arbeitet am Image der Gebühren-Polizei. Nach jahrelangen Beschwerden will der Sender jetzt aggressive Gebührenkontrolleure in die Schranken weisen. Rüde Auftritte, wie der eines BR-Beauftragten, soll es bald nicht mehr geben.
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört?
In einem Pilotversuch prüft der Bayerische Rundfunk (BR), das bisherige Provisionssystem auf ein Festgehalt für die Kontrolleure umzustellen. „Das Ziel ist null Beschwerden“, sagte Andreas Müller, der Chef des BR-Beauftragtendiensts. Bereits eingeführt ist eine Qualitätsprämie für Kontrolleure der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), die sich wenige Beschwerden einhandeln. Die 175 sogenannten Beauftragten des BR sollten sich vorrangig als Berater für die Bürger verstehen, sagte Müller.
Bisher verdient ein Kontrolleur umso besser, je mehr Gebühren er eintreibt. Im Jahr 2007 kassierten die Gebühreneintreiber nach Müllers Angaben in Bayern zehn Millionen Euro und machten 100.000 nicht angemeldete Rundfunkgeräte ausfindig.
Auch der BR ist von Berichten über rüde Kontrolleure beunruhigt. Die Angestellte eines fränkischen Sportvereins berichtete im Hochschulausschuss über den Auftritt eines der BR-Beauftragten: „Ich fühlte mich massiv bedroht.“ Der Kontrolleur sei laut geworden, habe wild gestikuliert und sei „immer näher gekommen“.
In
den vergangenen Jahren seien in einigen Fällen auch Altenheimbewohner
„massivst eingeschüchtert“ worden, kritisierte der CSU-Medienpolitiker
Gerhard Stockinger. „Die schwarzen Schafe rücken die Firma in ein schlechtes
Licht.“
Auch den Kontrolleuren selbst ist offenbar zum Teil
nicht wohl bei ihrer Arbeit. Der Ex-Beauftragte Norbert Hauber kritisierte
die detaillierten Vorschriften für die Gebühren – wie kostenpflichtige
Lautsprecher in Wirtshaustoiletten: „Irgendwo ist das hirnverbrannt.“ Die
provisionsabhängige Bezahlung sei das Hauptproblem.
Der Juristische Direktor des BR, Albrecht Hesse, räumte ein, dass die Negativschlagzeilen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk schaden: „Wenn sich auf breiter Front Unmut regt, ist das für uns ein Alarmzeichen.“ Hesse beklagte gleichzeitig „tendenziöse Berichterstattung“ in manchen Medien.
Vom bösen GEZ-Mann zum Berater für die Bürger. Der Bayerische Rundfunk arbeitet am Image der Gebühren-Polizei. Nach jahrelangen Beschwerden will der Sender jetzt aggressive Gebührenkontrolleure in die Schranken weisen. Rüde Auftritte, wie der eines BR-Beauftragten, soll es bald nicht mehr geben.
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