Frankfurt am Main. Der Generaldirektor von Arte France, Jean Rozat, hat den Streit über die Aktivitäten von ARD und ZDF im Internet kritisiert. "Die deutsche Debatte ist für uns ganz exotisch", sagte Rozat in einem epd-Interview. Arte habe mit dem Angebot "Arte +7", das ausgewählte Sendungen sieben Tage lang kostenlos zum Abruf im Internet bereithält, ein jüngeres Publikum gefunden.
Der Weg ins Netz sei eine "ganz normale Entwicklung", so Rozat, in Frankreich gebe es darüber keine Diskussion. Der Staat als Gesellschafter fordere Arte sogar dazu auf. Arte France ist das französische Mitglied des Kultursenders, an dem auch ARD und ZDF beteiligt sind.
Die Mittel für das Internet-Engagement nehme Arte nicht aus Gebühren, sondern aus Programmverkauf, Finanzanlagen oder DVD-Editionen, erklärte Rozat. Es würden aber weniger als 0,7 Prozent des Etats dafür aufgewendet, sagte der Generaldirektor von Arte France. Durch die im Internet mögliche Interaktivität bekomme Arte einen ganz neuen Kontakt zum Publikum.
"Ich glaube, dass wir über das Internet einen Austausch zwischen Sender und Publikum herstellen können und dass die Beziehungen so etwas wärmer werden können", sagte Rozat. Dies sei nicht zuletzt deshalb wichtig, weil Arte eher die Vernunft anspreche als die Emotionen. epd

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