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Kernauftrag Bildung

Deutschlandradio plant einen dritten Hörfunksender. Die Finanzierung von "Dradio Wissen" ist allerdings noch ungeklärt

Rainer Braun

Als die Ministerpräsidenten der Länder Mitte Juni ihr Arbeitspapier zur nunmehr 12. Änderung des Rundfunkstaatsvertrages vorstellten, war die Aufregung groß. Geregelt werden soll schließlich vor allem, was ARD und ZDF künftig im Internet anbieten können und was sie besser lassen. Kernpunkt des Streits ist dabei immer noch, inwieweit Unterhaltung Teil des Online-Angebots sein darf.

Auffällig zurückhaltend und eher freundlich kommentiert wurden die Resultate der Beratungen beim Deutschlandradio - und das aus gutem Grund. Schließlich haben die beiden Wellen Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur schon in der Vergangenheit wenig Probleme damit gehabt, dem öffentlich-rechtlichen Kernauftrag - also der Verbreitung von Information, Kultur, Bildung - nachzukommen. Zumal beide Sender generell auf Werbung, Sponsoring und Gewinnspiele verzichten. Mit einer gewissen Zufriedenheit wurde in Berlin und Köln, den zwei Standorten des Hörfunksenders, deshalb registriert, dass die Ministerpräsidenten die Leistungen der Wellen in ihren Vereinbarungen gewürdigt haben.

Denn zum einen beschränkten sie die Angebote der ARD-Landesrundfunkanstalten auf 64 Hörfunkwellen und legten darüber hinaus fest, dass künftig die Länder den Auftrag der regionalen Sender der ARD präzisieren müssen, was die Stellung des Deutschlandradios als bundesweitem Hörfunkanbieter stärkt.

Mindestens ebenso wichtig für das Deutschlandradio ist aber, dass ihnen künftig ein dritter, digitaler Kanal zugestanden wird. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und freuen uns auf die neue Herausforderung", sagt Programmdirektor Günter Müchler zu den jüngsten Beschlüssen. Geplant ist der zusätzliche Radiokanal (Arbeitstitel "Dradio Wissen") als Informationsprogramm, das den Qualitäts-Standards der beiden bisherigen Vollprogramme entsprechen soll. Vorgesehen ist, rund um eine feste Nachrichten-Struktur - alle 15 Minuten - ein festes Profil um den Schwerpunkt Wissen zu installieren. Wie das neue Programm, das mit insgesamt rund 60 neuen, überwiegend freien Mitarbeitern 2010 starten soll, konkret aussieht, will Müchler bis zum Herbst geklärt haben. Zuvor stehen noch Gespräche mit den Landesrundfunkanstalten der ARD über mögliche Zulieferungen von Programmleistungen und mit der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) an.

Denn "aus der Portokasse", sagt Müchler, lässt sich ein solches Projekt nicht stemmen. Nach derzeitigem Stand würde das Deutschlandradio von der geplanten Gebührenerhöhung um 95 Cent zum 1. Januar 2009 nur zwei Cent erhalten, die allenfalls die Mehrkosten des derzeitigen Regelbetriebs decken. Noch offen ist deshalb auch, ob der neue Digital-Sender im ehemaligen Rias-Gebäude von Deutschlandradio in Berlin oder beim Deutschlandfunk in Köln angesiedelt wird. Bis zum Herbst werde "ergebnisoffen" geprüft, sagt Müchler.

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"Wir freuen uns auf die neue Herausforderung."

Günther Müchler