Podcast vom jonet-Tag
Hier.

Muss ich jetzt aber auch gleich noch zu mir selbst “Tschüss!” sagen? Ich soll ein scheues Reh sein, nur weil ich mein Namensschildchen nicht abgeholt habe? Aber wie hätte ich das auch machen sollen, auf einem Blogger-Journalistentag, der prompt Journalismus 2.0 ausrief. Wo ich doch schon mit einem richtig guten Journalismus 1.0 zufrieden wäre. Nehmen wir nur den EDV-Journalismus, der sich an minderwertigen Gadgets aufgeilt, die in einem Jahr niemanden mehr interessieren, der bereitwillig darüber berichtet, wie mit sinnlosem Handy-Geknipse MMS bei der Computertomografie töten können.
“Nicht das einzige, aber ein beherrschendes Thema beim Jonet-Tag 2005: Wie verändern sich Massenmedien durch die neuen Möglichkeiten zum Micro-Publishing, Blogs, Wikis und Co?”, meint Fiete Stegers bei onlinejournalismus.de.
“Sie dürfen allen mit dem grünen Punkt ein Küsschen geben!”, schlagzeilt jonet-Mitglied Wolf-Dieter Roth bei “Telepolis” launig, in der Unterüberschrift heißt es: “Journalistentreffen mit Kuschelfaktor, Drogen-DVDs und Blog-aden: Jonet-Tag 2005″. Na denn.
Thies Raetzke von Freelens hat seine Dokumentation des jonet-Tag 2005 ins Netz gestellt. Wunderschön, einfach. Nachbestellungen direkt beim Fotografen.
Mittlerweile sind mehr als 50 Blog-Beiträge zum jonet-Tag erschienen. Mathias Müller von Blumencrons Aussage, im Grunde mache er ja auch ein Blog (MP3 mit Wortlaut folgt), regte Hal Faber nochmals zum Kolumnieren und Wortfeld zum folgenden Banner an:

Hal Faber schreibt bei heise:
Das IT-Journalismus nicht der krumme Gang zum nächsten Schließmuskel bedeutet, zeigt der Jonet-Tag in Hamburg, eine von Journalisten für Journalisten gemachte Veranstaltung, die längst ausgebucht ist: Es geht auch anders in den Ebenen.
AP berichtet über den jonet-Tag:
“Die Meinung ist die Königsdisziplin des Journalismus”, sagte der Publizist Manfred Bissinger in der Eröffnungsrunde des “jonet-Tages”. Das Publikum werde mit Nachrichten und Bildern zugeschüttet, wisse aber oft gar nicht mehr, was es davon zu halten habe.
Widerspruch kam vom Chefredakteur von “Spiegel Online”, Mathias Müller von Blumencron: “Ich würde sagen, dass die investigative Recherche die Königsdisziplin ist.” Journalisten müssten in ihren Medien wieder mehr Zeit bekommen, um gesellschaftlichen Missständen auf die Spur zu kommen. Allerdings sei es schwierig, Kollegen zu finden, die zu dieser mühsamen Arbeit bereit seien. Daneben müsse der Journalismus kreativer werden und dem Wunsch der Öffentlichkeit nach Bildern, Videos und Animationen entgegen kommen.